Besser Klettern durch “Lesen lernen”
Christian Forjahn | Jan 15, 2010 | Kommentare 2
Besser Klettern ist denke ich so ziemlich das Ziel jedes Kletterers. Um auch tatsächlich voranzukommen gibt es viele Wege. Mehr klettern ist auf jeden Fall schon mal ein Weg. Aber alleine mehr klettern reicht noch nicht aus um wirkliche Verbesserungen zu erreichen.
Dann fängt man zusätzlich mit dem Bouldern an um sich mehr Maximalkraft für Schlüsselstellen anzueignen. Man versucht seine Angst in den Griff zu bekommen um auch am Limit einen schweren Zug noch durchführen zu können, auch wenn es mit einem Sturz verbunden sein könnte. Dazu hatte ich ja schon die Clip & Drop Methode vorgestellt.
Diese Taktiken verfolge ich schon alle. Ich wurde dadurch auch zweifelsfrei besser, aber mein Ziel “der 8. Grad” verlangt eben doch noch einiges von dir. Deshalb bin ich ständig auf der Suche nach neuen Taktiken und Varianten. Jetzt bin ich wieder mal über etwas neues gestolpert. “Routen lesen lernen” heisst die nächste Herausforderung. Wie funktioniert das? Zunächst sollte man sich eine unbekannte Route aussuchen, in einem Grad, den man gerade noch schafft. Diese sieht man sich vom Boden aus an und versucht die Route nur durch anschauen zu analysieren.
Vorbereitung
Die wichtigsten Fragen müssen zuerst geklärt werden.
- Wo gibt es Rastpositionen (z.B. an grossen Griffen) an denen man ein bisschen schütteln kann?
- Wo muss ich schnell durchgehen? Sprich wo sind die Schlüsselstellen?
- Wie muss ich die Füsse positionieren um gut durch die Schlüsselstellen zu kommen?
- Wo muss ich Hand- oder Fusswechsel machen?
So legt man sich Zug um Zug die Route zurecht. Das ganze geht man am Besten mehrmals durch, damit man auch während dem Klettern noch weiss wo die entsprechenden Stellen waren.
Jetzt geht´s los.
Jetzt steigt man in die Route ein und versucht sie so wie man es sich vorgenommen hat durchzuziehen. Wichtig dabei “mach zu” sofort links liegen zu lassen. Man versucht hier ja einen Durchstieg am persönlichen Limit zu trainieren und das Lesen der Route zu verbessern. Ausbouldern und “zumachen” ist hier also falsch. Man muss solange weitergehen, bis es nicht mehr geht und man von der Wand abschmiert.
Wenn das Abtropfen dann passiert sein sollte, sollte man sich gleich wieder ablassen und ausruhen. Dabei kann man dann gleich analysieren, warum man gestürzt ist und eine Seite im “Buch” umschreiben. ggf. muss für eine bestimmte Stelle anders geklettert werden, ein Rastpunkt besser genutzt werden, …
Hilfe?
Was hilft uns beim lesen der Routen? Wenn man nicht Erstbegeher einer Tour ist, dann sollten die Rastgriffe dadurch auffallen, dass sie stärker gechalkt sind als der Rest der Route. Diese merkt man sich als “Etappenziele”. Die einzelnen Ziele versucht man dann mit den Zwischenschritten zu verknüpfen.
Mit Übung und ein bisschen Glück kann man so auch Routen am Limit onsight klettern. Wichtig ist es dabei locker ranzugehen. Nur wenn man einigermassen entspannt rangeht, kann man die volle Leistung abrufen.
So, die Theorie kennen wir jetzt, jetzt heisst es versuchen das Wissen auch am Fels bzw. derzeit eher in der Halle umzusetzen.
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[...] bis zum Umlenker. “Shit, onsight verpatzt” und auch nicht an meine Regel gehalten: Klettern bis man abtropft. Naja, beim nächsten mal punkte ich [...]