Besser klettern mit System – 8. Grad
Christian Forjahn | Feb 12, 2010 | Kommentare 1
Wir wollen alle besser klettern. Wenn wir aber einfach nur zu schwere Routen klettern, dann lernt man nicht wie man solche Routen richtig klettert. Also was tun? Wie erarbeite ich mir das Fundament um das limit weiter hochzuschrauben?
Gestern habe ich mich mit Johannes, meinem Kletterpartner, über das “wie kommen wir weiter” unterhalten. Dabei hat er mir von einem “Trainingsplan” aus dem Buch The Self-Coached Climber erzählt, der wie ich denke sehr sinnvoll scheint. Das Problem bei zu schweren Routen ist ja, dass man anfängt Quatsch zu machen, wenn man nicht weiter weiss. Das liegt unter anderem daran, dass man die Techniken für diesen Grad noch nicht beherrscht. Das soll uns aber nicht davon abhalten diese Grade auch zu klettern. Wir müssen uns nur die richtige Strategie zurechtlegen, dass sowohl das Fundament ausgebaut wird um die nötige Technik zu verbessern, aber auch immer die Herausforderung da bleibt.
Wenn man nur die Technik verbessern will und deshalb ausschließlich leichtere Routen “schön” klettert, wird sich nicht verbessern, weil die Anstrengung fehlt. Wer sich aber nur anstrengt, dem fehlt dann die Technik. Ein Teufelskreis könnte man meinen, aber es gibt einen Weg raus.
Johannes und ich werden uns eine Pyramide bauen. Darin soll das Fundament aus 8 Routen 3 Grade unter dem Limit liegen. Darüber sind 4, 2 unter dem Limit, dann 2, 1 unter Limit und eine am Limit. Momentan sieht das dann so aus:
- 1 * 8-
- 2 * 7+
- 4 * 7
- 8 * 7-
Natürlich kann man diese 15 Routen nicht an einem Klettertag abhaken. Da sind dann doch zu viele zu schwere dabei. Man muss also einfach schauen, dass man gut aufgeteilt seinen Plan langsam abhakt.
Was passiert, wenn man seine Pyramide ausgefüllt hat? Die gekletterten Routen zählen auch in der nächsten Stufe noch. Die folgenden können also schneller abgehakt werden. Das Auffüllen funktioniert so:
Die unterste Stufe fällt weg. In unserer Pyramide also Die 7-.
- 1 * 8
- 1 * 8- + 1
- 2 * 7+ + 2
- 4 * 7 + 4
Beim abhaken zählen natürlich nur Rotpunkt Begehungen. Was ist Rotpunkt? Rotpunkt bedeutet, dass man eine Route im Vorstieg klettert ohne sich ins Seil zu setzen, oder zu stürzen. Am Fels kommt streng genommen noch dazu, dass man die Exen erst während der Begehung einklinkt.
Vorteil:
Das Fundament wird ausgebaut und man erlernt die Techniken, die man braucht um das eigene Limit klettern zu können. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung schwer zu klettern bestehen. Alles in allem ein ausgewogenes Verhältnis zwischen leichteren Routen und schweren.
Nachteil:
Man muss sich merken, welche Routen man Rotpunkt geklettert ist und darüber Buch führen.
Wir fangen nächste Woche mit dem Buch führen an. Wer unsere Fortschritte verfolgen will kann diese hier einsehen. Eigentlich war der Plan euch hier eine Doodle Grafik einzubinden. Leider gibt es keine “View-only” Option, oder ich habe sie nicht gefunden.
Ähnliche Artikel:
- Der Weg zum 8ten Grad
- Besser Klettern durch “Lesen lernen”
- Der Weg in den 8. Grad – es geht weiter
- Klettern mit Maya Holding (Teil 1)
- 2010 – die guten Vorsätze
Abgelegt unter: Klettern • Tipps und Tricks
Kommentare (1)
Schreibe eine Antwort | Trackback URL





[...] Zum Klettern gehört auch, seine Leistung zu steigern. Doch wie schafft man das? Immer nur leichte Routen klettern? Krafttraining im Fitnessstudio und/oder zu Hause? Der Kletter-Blog Kletterfieber hat dazu einen interessanten Beitrag veröffentlicht: Besser klettern mit System – 8. Grad [...]