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Frankenjura Topoführer – Interview mit Bernhard Thum

Ich hatte ja bereits berichtet, dass ich Bernhard Thum in der Kletterhalle in Thalkirchen getroffen habe. Jetzt haben wir es auch geschafft, das Interview zu seiner bevorstehenden Neuauflage des Topoführers Frankenjura durchzuführen.

Bald soll es soweit sein und Bernhard wird seinen neuen Topoführer Frankenjura veröffentlichen. Die komplett überarbeitete Auflage wird vorraussichtlich fast 1000(!) Seiten haben und neben vielen selbstgezeichneten Felsbildern auch viele farbige Fotos enthalten. Ich habe Bernhard getroffen und die Gelegenheit genutzt ihm ein paar Fragen zu stellen. Dieses kleine Interview will ich euch nicht vorenthalten.

Chris: Wie lange kletterst du schon?

Bernhard: So um die 30 Jahre

Chris: Seit wann arbeitest du an Topoführern?

Bernhard: 1986 habe ich damit angefangen.

Chris: Wie bist du drauf gekommen Topos zu schreiben?

Bernhard: Damals gab es noch keine Topos der fränkischen Felsen und ich habe an den Felsen, wo wir viel unterwegs waren, erste Felszeichnungen angefertigt. Meine Freunde waren der Meinung, das bräuchte man von viel mehr Felsen wegen der besseren Übersicht als bei den damals üblichen rein verbalen Beschreibungen. Also habe ich einen ersten Auswahlführer mit den wichtigsten Felsen gemacht, der dann sehr schnell vergriffen war. Es hat allerdings noch einige, immer dicker werdende Auflagen gebraucht, bis daraus wirklich ein Komplettführer geworden ist.

Chris: Ist die nummer 8, tatsächlich schon die 8. Auflage?

Bernhard: Genau so ist es :-)

Chris: Wie lange arbeitest du schon an der achten Auflage?

Bernhard: Runde 3 Jahre. Ich verdiene meine Brötchen schließlich in einem ganz normalen Beruf, der grundsätzlich Vorrang hat. Da kann man nicht auf die Schnelle so ein komplett überarbeitetes Werk machen, wie es demnächst erscheinen wird. Die 8, Auflage ist eine echte Rundumerneuerung. Zum einen waren viele Zustiege aufgrund von Veränderungen bei Wegen und ähnlichem auf den aktuellsten Stand zu bringen, GPS-Daten liegen nun für alle Felsen und z.T. Auch Wandteile vor. Die Topos mussten aufgrund der hohen Routendichte oft komplett neu gezeichnet oder zumindest mit wesentlich mehr Detailinformationen versehen werden. Grauverläufe bei Überhängen lassen die Felsen plastischer und realistischer wirken. All das muss mühsam und ohne Verlust an Detailinformationen von der Bleistiftzeichnung in die Computergrafik übertragen werden, deshalb dauert die Überarbeitung so lange.

Chris: Welches sind deine Lieblingsklettergebiete?

Bernhard: Lieblingsklettergebiete im Frankenjura: Grundsätzlich alles, was in ruhiger Lage ist und wo man gerne auch etwas länger hinlaufen darf (da ist einfach weniger los). Routen mit knapp 40 m am Roten Fels zu spulen macht viel Spaß, aber speziell am Wochenende nervt der Straßenlärm. Momentan habe ich noch einige Projekte an der Mittelbergwand, einem echten Sonnenfels im Hirschbachtal. Überhaupt mag ich die Oberpfälzer Gebiete sehr gern, mir gefällt der Flair und die etwas rauere Landschaft. Aber es ist auch immer die Qual der Wahl: Trubach- und speziell Wiesenttal haben so viele gute Klettereien abseits des Rummels zu bieten. Der Finger Gottes (siehe Kostprobe), den Stefan Löw saniert und mit neuen Touren versehen hat ist ein gutes Beispiel. Gerne würde ich auch demnächst mehr in den Bamberger Gebieten machen. Gerade für die kalte Jahreszeit haben sie viele Sonnenfelsen, Die sind im Süden etwas rarer.

Chris: Und ausser dem Frankenjura?

Bernhard: Arco ist als Münchner Vorort von hier recht schnell zu erreichen :-) Wesentlich ursprünglicher geht es in den Gebieten Sardiniens zu – da sind wir schon vor 20 Jahren das erste Mal hingefahren, als es erst ein paar Klettergebiete gab, inzwischen ist die Insel gespickt damit und Potenzial haben die immer noch genug. Egal wie viel vergleichbar gute Gebiete es noch gibt auf der Welt: Alpinklettern in den Alpen, beispielsweise in hohen Dolomitenwänden hat für mich auch einen sehr hohen Reiz. Speziell die klassischen und modernen Routen in der Brenta. Ebenso gerne gehe ich auch schöne Hochtouren, ob mit oder ohne Klettercharakter.

Klicken um das PDF anzusehen

Chris: Willst du noch etwas loswerden?

Bernhard: Es lohnt sich in jedem Fall, auf die 8. Auflage zu warten, also verliert nicht die Geduld kurz vor Schluss :-) Rund 70 farbige Bilder sind das Sahnehäubchen…

Chris: Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Ich freue mich schon auf den Führer und bin gespannt.

Hier gibt es noch eine kleine Kostprobe als PDF zum ausdrucken, runterladen oder einfach nur anschauen.

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RSSKommentare (4)

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  1. [...] kletterfieber.net gibt es ein Interview mit Bernhard Thum, bekannt für seinen [...]

  2. jo3 sagt:

    Der neue Schwertner-Nord ist übrigens seit vorgestern zu haben. Haben den Schwertner getroffen, nach eigener Aussage sind 20% mehr Touren hinzugekommen. Der Schwertner-Süd kommt dann wohl in drei Monaten. Wer jetzt welchen Führer ( Thum, Röker, Schwertner) lieber mag, sei jedem selbst überlassen :)

  3. [...] um die Outdoor Saison zu eröffnen. Zur Auswahl standen Kochel in den Voralpen und Konstein im Frankenjura. Aufgrund der Wetterprognosen haben wir uns dann für den Konstein [...]

  4. [...] habe bereits vor einiger Zeit hier und hier von der bevorstehenden Neuauflage des Topoführers von Bernhard Thum berichtet. Jetzt [...]

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