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Klettern in Arco – Kurzurlaub

Über Fronleichnam und das damit verbundene lange Wochenende sind wir nach Arco an den Gardasee gefahren um einen kurzen Kletterurlaub im “südlichsten Teil Münchens” zu machen.

Am Mittwoch sind wir am Nachmittag aus der verregneten Landeshauptstadt München geflüchtet. Kaum dass wir die Alpen überquert hatten, wurde das Wetter schlagartig besser. Am Gardasee waren auch am späten Abend noch angenehme Temperaturen und T-Shirt und kurze Hose war wieder angesagt. Am nächsten Tag haben wir uns dann schon in die Klettergebiete augemacht.

Muro dell’asino

Der Zustieg zu Muro dell´asino erwies sich als nicht ganz einfach. Nachdem wir ziemlich am Anfang eine der rot-weißen Markierungen, die den Zustieg kennzeichnen, übersehen haben und falsch abgebogen sind, ging unsere unfreiwillige Zustiegsverlängerung los. Auf kleinsten Waldwegchen ging es entlang des Wandfusses ganz langsam bergauf. Patrick hat dann einen Querfeldein-Aufstieg getestet und uns empfohlen nicht zu folgen. Einige Zeit später trafen wir dann doch wieder aufeinander und kurze darauf waren wir angekommen.

Der erste Eindruck: “man ist hier viel los”. Naja, los geht’s. Das nassgeschwitzte T-Shirt aus und den Gurt anlegen. Schnell hatten wir für Romi einen italienischen Kletterpartner gefunden und sind in die Aufwärmrouten (5a) im mittleren bis rechten Wandteil eingestiegen. Anschließend ging es weiter nach rechts. Dort gibt es viele Einsteigerrouten ab 4a, die eher plattig waren. Rechts daneben eine wunderschöne 6a Piaz Kletterei in die wir eingestiegen sind. Auf der linken Seite gab es später auch ein paar schwerere Routen im 6ten und 7ten französischen Grad.

Ein schönes Klettergebiet, aber leider stark überlaufen.

Plattenklettern über der Strasse

Direkt über einem Tunnel kann man schon die Kletterer die Platten bei Torbole klettern sehen. Über eigentlich 5 Seillängen sind wir die teils sehr glatten Wände hinaufsteigen. Die fünfte Seillänge haben wir uns aber geschenkt und gleich mit der vierten verbunden. Der Seilzug ist dann nicht zu vernachlässigen. Die Kletterei an sich ist irgendwas zwischen unterem 5. und oberen 5. Grad, je nachdem wo man in die Route einsteigt. In der ersten Seillänge sind es noch 6 oder mehr unterschiedliche Touren. Nach oben hin werden es ein paar weniger. Oben angekommen hat man eine super Aussicht. Man befindet sich genau über dem See und schaut auf die Westseite hinüber.

Der Ausflug dorthin ist schon alleine wegen der Aussicht lohnend.

Nago

Am Nachmittag sind wir noch nach Nago gefahren um dort noch ein bisschen mehr zu machen. Da wir zuvor einige Zeit in der Sonne verbracht hatten, war die Puste aber schon ein bisschen raus. Dennoch ein schönes Gebiet, von dem wir nur die erste der vielen Sektionen gesehen haben. Selbst der erste Sektor war nicht allzu speckig.

Einige schöne Routen von leicht bis schwer für jeden etwas dabei.

Sarcatal

Hier waren wir in einem neu erschlossenen Gebiet (Tipp aus der Zeitschrift Klettern). Auch hier haben wir uns aufgrund der spärlichen Wegbeschreibung erst einmal verlaufen und sind ca. 20 Minuten umsonst bergauf gelaufen. Also wieder zurück und dann über einen noch recht unbefestigten Weg hinauf zu den Felsen. Dort warteten auf uns eher schwerere, technische und kleingriffige Touren, die noch kein bisschen speckig waren. Ganz im Gegenteil. Am Tag nachdem wir dort waren hatten alle Schmerzen in den Fingerkuppen, weil die Steine noch so spitz waren. Die Bewertung in diesem Gebiet war unserer Meinung nach ziemlich hart. In einer 6a musste man sich doch deutlich mehr abmühen, als in einer in anderen Gebieten.

Hier braucht man starke, schmerzunempfindliche Finger. Am Tag nach dem Sarcatal hatten wir alle Schmerzen in den Fingerkuppen. Es stehen aber auch ein paar leichtere Klettereien zur Verfügung.

DWS

Den letzten Tag haben wir dann noch genutzt um bei den Platten von Torbole Deep Water Solo zu machen. Die Route war ziemlich leicht, aber wir hatten trotzdem Riesenspass einmal ohne Seil zu klettern und danach ins Meer – ach ne, ist ja nur ein See – zu stürzen. Der Boulderquergang am unteren Ende der Wand war da schon anspruchsvoller. Ungefähr mittig gab es auch ein paar Routen ab 6c aufwärts. Die kommen evtl. beim nächsten mal dran.

Einkaufen

Natürlich waren wir auch in den Klettershops in Arco. Dort ist die Ausrüstung wesentlich günstiger. Wer ein Seil braucht, oder andere teurere Ausrüstung, für den lohnt sich das Warten auf den Arco Urlaub. Ich habe mir zwei Drahtschnapper Exen mit langer Schlinge für zusammen 15€, Patrick hat sich drei Friends (wir waren ihm nicht genug) für 90€ gekauft.

Essen

Die Pizza und das Eis waren wie erwartet super. Ich hätte auch nicht gedacht, dass wir so günstig über die Runden kommt. Das teuerste an unserem Urlaub war die Fahrt.

Fazit

Ein super Kurzurlaub. Da wir recht viel unternommen haben, kam er uns auch länger vor, als er eigentlich war. Bald geht´s wieder Richtung Süden.

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