Konstein im Frankenjura
Christian Forjahn | Apr 19, 2010 | Kommentare 2
Ein schöner Frühlingstag und die Sonne schaut gelegentlich raus. Da wurde es Zeit die Felsklettersaison 2010 zu eröffnen. Wir haben also die Rucksäcke gepackt und sind nach Konstein im südlichen Frankenjura gefahren.
Gestern morgen war es endlich soweit. Wir sind zu dritt aufgebrochen um die Outdoor Saison zu eröffnen. Zur Auswahl standen Kochel in den Voralpen und Konstein im Frankenjura. Aufgrund der Wetterprognosen haben wir uns dann für den Konstein entschieden.
In Konstein angekommen sind wir zunächst die Sportkletterrouten an den Merltürmen und der Weissen Wand geklettert. Natürlich haben wir versehentlich die schwerste Route der Wand ausgesucht um zu starten. Von unten sah sie nicht so schwer aus. Wir hatten den Kletterführer vergessen und dachten nicht, dass sie so schwer ist. Nach einem kleinen Quergang ging es dann aber in eine einfachere Route über. Die Weisse Wand war besonders schön. Man brauchte in unserer Tour aber einiges an Material (Exen). Nachdem ich 5-6 Meter ins Seil gefallen war konnte ich wieder zwei Expressen einsammeln, die ich im oberen Wandteil dann auch wieder gebraucht habe.
Die Abschlusstour am Dohlenfelsen war wunderschön. Eine ziemlich einfache Tour im oberen fünften, oder unterem sechsten Grad. Die Route war ziemlich schlecht abgesichert und auch sehr speckig. Der erste Haken kam erst nach ungefähr 10 Meter Klettern. Bis dahin war es aber auch ziemlich einfach. Zwischendurch konnten an den abgespeckten Stellen ein paar Keile nicht schaden. Nach ungefähr 60 Metern klettern sind wir oben angekommen und hatten eine super Aussicht. Das Abseilen hat dann auch nochmal richtig Spass gemacht.
Zustieg
Der Zustieg fällt ziemlich kurz aus. Wir waren an der Weissen Wand, den Merltürmen und am Ende am Dohlenfels, dem “Wahrzeichen” des Konsteins . Der längste Zustieg war in nicht einmal 10 Minuten erledigt. Es gibt aber auch andere Gebiete in denen der Zustieg etwas länger ist. Im Grossen und Ganzen aber sehr schnelle Zustiege.
Die Absicherung am Konstein bewegt sich zwischen gut bis sehr gut und exponiert. Das eine oder andere mal muss man schon ein ganzes Stück klettern, bevor man einen Bohrhaken erreicht. Oftmals kann man zusätzlich Sanduhren fädeln, oder einen Klemmkeil legen um die Absicherung ein wenig zu verbessern. Zum Teil sind das auch nur Hilfen für den Kopf, da manche Sanduhren wahrscheinlich ausbrechen und so einen richtigen Sturz nicht halten würden.
Felsqualität
Auch die Qualität von Griffen und Tritten variiert. Die leichteren Routen sind zum Teil ziemlich abgespeckt. Gerade Stellen, bei denen es drauf ankommt gut zu stehen um weiter zu kommen, sind öfters betroffen. Aber es gibt auf der anderen Seite auch sehr gute Felsqualität. Genügend Griffe sind rau und teilweise scharfkantig. Von Löchern und “Henkeln”, bis Aufleger, Untergriffen und Zangen ist alles dabei.
Ausrichtung
Wir waren gestern an Felsen, die Richtung Süden ausgerichtet sind. Sobald die Sonne rauskam wurde es schön warm. So wie ich es auf dem Plan gesehen habe, gibt es aber auch schattigere Felsen, die für den Sommer geeignet sind.
Fazit
Ein schönes Klettergebiet. Abwechslungsreiche Touren in allen Schwierigkeitsgraden und allen Absicherungen. Das Gebiet “Asterix und Obelix” soll für Anfänger sehr gut sein um die ersten Vorstiegsversuche am Fels zu machen. Ich selbst war aber noch nicht da um es anzuschauen. Schon bald werde ich wieder hinfahren und meine noch nicht abgeschlossenen Touren abhaken. Ich freue mich schon drauf.
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